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NEUE PRESSE vom 06. März 2021


Wunstorfer Stadtanzeiger vom 13. Februar 2021

Pressemitteilung im Wunstorfer Stadtanzeiger vom 13.02.2021
Pressemitteilung im Wunstorfer Stadtanzeiger vom 13.02.2021

Wunstorfer Stadtanzeiger vom 12. Dezember 2020

Brief an Stadt und Ratsmitglieder von den fünf Wunstorfer Angelvereinen unterschrieben.                                                             Foto tau
Brief an Stadt und Ratsmitglieder von den fünf Wunstorfer Angelvereinen unterschrieben. Foto tau

12.12.2020 | Wunstorfer Stadtanzeiger

Angler wehren sich gegen drohende Verbote

Vereine bitten Stadt und Ratsmitglieder um Unterstützung

WUNSTORF (tau). Im Rahmen der Ausweisung von FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) sind in der Region Hannover bereits Angelverbote erlassen worden. In keinem EU-Mitgliedsstaat gebe es so etwas und die EU habe das auch niemals verlangt, schreiben die Vorsitzenden der fünf Angelvereine in Wunstorf, Luthe, Steinhude, Blumenau und Bokeloh in einem Brief an Rat und Verwaltung, der dem Stadtanzeiger vorliegt. 

Verbote, bis zu neun Monate im Jahr, bestehen neuerdings im FFH-Gebiet zwischen Hannover und Ruthe. Dazu zählen auch ganzjährige Nachtangelverbote. Aus Sicht der Angler ist das ein Desaster. Denn für die dort ansässigen Vereine sind diese Verbote existenzbedrohend. Stellungnahmen des Anglerverbands Niedersachsen, der mit 100.000 Mitgliedern zu den größten anerkannten niedersächsischen Naturschutzverbänden zählt, wurden offensichtlich ignoriert. Begründet werden die Verbote primär mit Fischotter, Biber und Fledermäusen. Dabei sehen Experten der Aktion Fischotterschutz aus Hankensbüttel keine Notwendigkeit für Angelverbote, um Biber, Otter und Wasserfledermaus verstärkt zu schützen. Auch der Fischereikundliche Dienst des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bezeichnet die Nachtangelverbote als "unverhältnismäßig und naturschutzfachlich nicht begründet". In den 70er Jahren gab es in der Leine nur noch vier Fischarten - heute sind es 32. Unter den Anglern haben sich die Biberbestände ebenfalls gut entwickelt. Viele Biberberater sind Vorstandsmitglieder von hiesigen Angelvereinen. "Uns ist auch kein Fall bekannt, wo sich eine Fledermaus in Angelschnüren verfangen hätte", so die Wunstorfer Vereinsvorsitzenden. In diesem Zusammenhang weisen sie darauf hin, dass jährlich hunderttausende Fledermäuse und Vögel durch Windkraftanlagen sterben. Biber und Otter sind außerdem nicht durch Angler gefährdet, sondern eher durch den Straßenverkehr. Obwohl die Angler einen der größten anerkannten Naturschutzverbände stellen, sind sie beim Niedersächsischen Weg nicht einbezogen worden, obwohl es hier auch um Gewässerschutz gehen soll. Kritisiert wird das Fachwissen in den zuständigen Behörden. Entsprechend wenig findet der Lebensraum Wasser und insbesondere der Fischartenschutz in den amtlichen Entwürfen Berücksichtigung.

Allein im FFH-Gebiet „Untere Leine“ sind mehrere Fischarten gelistet (Lachs, Schlammpeitzger, Bitterling), die es besonders zu schützen gilt. „Wir Wunstorfer Angler besetzen diese Fischarten bzw. führen aktuell deutschlandweit einzigartige Schutzprogramme zu deren Erhalt durch“, so Schiffers und seine Kollegen. Das müsste in dem Schutzgebietsverordnungsentwurf, der immer noch nicht vorliegt, berücksichtigt werden.

Die Angler erwarten auch mehr Unterstützung aus der Politik. Mit Entsetzen und Unverständnis habe man zur Kenntnis genommen, dass auch CDU und SPD in der Regionsversammlung für Angelverbote zwischen Hannover und Ruthe gestimmt haben. Nur Daniel Farnung (FDP)hat sich energisch für die Angler eingesetzt. „Nicht nur unsere Freunde von den Hannoverschen Vereinen sind irritiert“ schreiben die Vorsitzenden. Sollten im FFH-Gebiet „Untere Leine“ ähnliche Angelverbote verabschiedet werden, wären die fünf in Wunstorf ansässigen Angelvereine stark betroffen und teilweise sogar in ihrer Existenz bedroht. „Ein Angelverein, in dem die Vereinsmitglieder nicht angeln können, löst sich auf“, so die simple Logik. Die Vorsitzenden bitten daher Stadt und Ratsmitglieder den Schutzgebietsverordnungsentwurf, so er denn vorliegt, kritisch zu überprüfen und sich in einer Stellungnahme explizit gegen mögliche Angelverbote auszusprechen. Außerdem sollten die Fraktionen im Stadtrat die zuständigen Regionsabgeordneten entsprechend deutlicher für dieses Thema sensilibieren.

Die Wunstorfer Vereine mit ihren über 1000 Mitgliedern sprechen von einem Schicksalsjahr 2021. Sollte es Angelverbote geben, wären über 10.000 Angler aus 20 Vereinen entlang der unteren Leine betroffen. Es drohen dann viele Proteste und auch Klagen vor Gerichten.

Foto: tau